Die etwa weizenkorngroßen Nebenschilddrüsen, auch Epithelkörperchen genannt, kann man sich am ehesten als blattartige Organe mit einem Gefäßstiel vorstellen. Sie sind wie jedes Drüsengewebe sehr gut durchblutet. Die Blutversorgung der Nebenschilddrüsen ist mit dem Blutgefäßsystem der Schilddrüse verbunden. Die Nebenschilddrüsen befinden sich in der Regel an der Rückseite der Schilddrüse, jeweils in der Region des oberen und unteren Schilddrüsenpoles. Sie können sich jedoch auch an anderen Stellen innerhalb des Halses und im mittleren Brustraum, dem sogenannten "Mediastinum" befinden. Die meisten Menschen haben vier Nebenschilddrüsen, es gibt jedoch erhebliche Unterschiede bezüglich Anzahl, Größe, Form und Lage. Etwa 3 % aller Menschen verfügen über fünf oder mehr Nebenschilddrüsen [10]. Sehr wenige Menschen haben nur drei Nebenschilddrüsen. Von allen Organen im menschlichen Körper weisen sie die größte Lagevariabilität auf.

Die Nebenschilddrüse bildet ein eigenes Hormon, das Parathormon genannt wird. Dieses Hormon greift regelnd in den Calciumstoffwechsel ein. Es wirkt direkt am Knochen, wo es die Calciumfreisetzung fördert, und an der Niere, wo es die Rückresorption von Calcium anregt. Außerdem stimuliert es die Bildung von Calcitriol, einem Hormon, das aus Vitamin D 3 gebildet wird und im Dünndarm die Calcium- und Phosphataufnahme fördert. Insgesamt sorgt das Parathormon für einen ausreichend hohen Calciumspiegel im Blut.

Produzieren die Nebenschilddrüsen zu wenig Parathormon spricht man von Hypoparathyreoidismus, bei zu hoher Parathormonproduktion handelt es sich um Hyperparathyreoidismus. Für derartige Funktionsstörungen gibt es vielfältige Ursachen, die im jeweiligen Kapitel erläutert werden. [Zahlen] im Text weisen auf die verwendete Literatur hin. Diese und weitere Informationsquellen zum Thema sind im Abschnitt "Quellen" aufgelistet.