Der InSeNSU-Notfallausweis ist mit Unterstützung durch die Sektion Calcium-regulierende Hormone und Knochenstoffwechsel (CRHUKS) der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) entstanden und hier zum Download verfügbar!

Durch zwei- oder dreimaliges Falten (längs, quer, quer, an den doppelten Linien) ist er auf Brieftaschen- oder Ausweishüllen-Format zu bringen. Der Download-Ausweis ist an jedem Internet-Anschluss verfügbar und kann so z.B. auch in Kliniken und Praxen sofort bei Bedarf ausgedruckt werden.

Dank der freundlichen Unterstützung durch den Verein „Ohne Schilddrüse leben e.V.” (www.sd-krebs.de) gibt es den Notfallausweis jetzt auch fertig gedruckt und gefaltet im praktischen DIN-A7-Format. Er kann kostenlos direkt über die Geschäftsstelle des Vereins per E-Mail an info@sd-krebs.de bestellt werden.

Zur Idee des Notfallausweises hier noch ein paar Erläuterungen:

Patientenselbsthilfegruppen sind nützlich, erfordern in diesem Fall jedoch auch auf Patientenseite zunächst mehr Aufklärung. Viele Betroffene (und oft leider auch deren Ärzte) wissen gar nicht, was die Ursache ihrer Beschwerden ist. Nach der Schilddrüsen-OP konzentrieren sie sich zunächst auf die ja auch nicht einfache Behandlung der Hypothyreose. Wenn dann noch die vom Krankenhaus empfohlene Calciumbrause (wie so oft) Magenprobleme macht, wird das Nebenproblem Nebenschilddrüse gerne verdrängt. Angstgefühle (latente Tetanie), depressive Verstimmungen (Hypercalciämie) und andere eigentlich „chemisch” bedingte Störungen werden als ursächlich psychische Probleme interpretiert. Die entsprechenden medikamentösen oder klinischen Behandlungsversuche bleiben fruchtlos, der Patient wird als „schwierig” eingestuft, das Verhältnis Arzt-Patient wird gestört, der Patient ist mit seinem Problem allein. Bei schwerwiegenden Notfallsituationen kann es zu gefährlichen Fehleinschätzungen kommen. Ein tetanischer Anfall kann z.B. als epileptischer Anfall oder als hyperventilationsbedingt interpretiert werden.

Patienten, die aus dem Krankenhaus einen Behandlungs- und Notfallausweis mit entsprechender Erläuterung mitbringen, dürften diesen Gefahren weniger ausgesetzt sein. Der Ausweis benennt die bestehende Krankheit. Er beschreibt die Symptome eines starken Calciummangels (Tetanie) und einer Calciumvergiftung und gibt Behandlungshinweise für den Fall einer Notfallsituation. So wird der Patient für entsprechende Symptombeobachtung sensibilisiert und einer ärztlichen Fehleinschätzung vorgebeugt. Tabellen zum Eintragen der regelmäßig eingenommenen Medikamenten-Dosis und der regelmäßig zu prüfenden Laborwerte verschaffen auch Ärzten einen Überblick, die den Patienten nicht kennen (Urlaub, Krankenhaus, etc.).