Hier werden grundsätzliche Probleme skizziert, die für Hypopara-Patienten auftreten können. Dazu wird jeweils ein reales Fallbeispiel beschrieben, oder auf eine entsprechende Fallschilderung im Internet per Link verwiesen. Zweck dieser Rubrik soll sein, dass derartige Probleme in Zukunft vermieden bzw. sachgerecht gelöst werden.

Wer weitere informative Fallbeispiele beisteuern möchte, kann dies im Rahmen des Erfahrungsaustausches gerne tun. Kommentare und Ergänzungen zu den vorliegenden Fällen können ebenfalls zugesandt werden (faelle@insensu.de, Bitte Fall-Nummer angeben).

Fall 1

Problem:

Manche Hausärzte sind mit dem postoperativen Hypoparathyreoidismus wenig vertraut, weil er relativ selten vorkommt. Die aktuellen therapeutischen Standards sind ihnen nicht geläufig. Hier muss der informierte Patient selbst aktiv werden, um die richtige Therapie zu erhalten.

Beispiel:

Ein 65-jähriger Hypopara-Patient wurde innerhalb von mehr als 40 Jahren von 15 verschiedenen Ärzten ausschließlich mit Calcium als Spritze oder Infusion behandelt. Er war nie völlig beschwerdefrei. Durch unermüdliche Informationssuche stieß er schließlich auf eine Veröffentlichung aus der Uni-Klinik Heidelberg und bat dort um stationäre Aufnahme. Erst hier wurde mit einer adäquaten Therapie begonnen. Die Einzelheiten dieser Geschichte findet man unter:

http://www.uni-heidelberg.de/presse/news/2211nadelm.html oder in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift 2002; 127; S. 2447-2448

Fall 2

Problem:

Es kann manchmal lange dauern, bis die individuell notwendige Calcium-/Vitamin-D-Präparat-Dosis für die langfristige Therapie ermittelt ist. Bis dahin muss der Calciumwert in Blut und Urin häufig kontrolliert werden. Wird dies versäumt, kann es zu einer schwer behandelbaren und gefährlichen Hypercalciämie kommen.

Beispiel:

Bei einer 31-jährigen Patientin, die sich sechs Monate nach einer Basedow-OP wegen Schmerzen des Bewegungsapparates in die Uni-Klinik Würzburg begab, wurde eine Calciumvergiftung durch überhöhte Dosen Dihydrotachysterol festgestellt. Die Wirkung des Medikamentes hielt noch 20 Wochen nach Absetzen des Präparates an. Die Einzelheiten hierzu findet man unter:

doi:10.1055/s-2001-12096 oder in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift 2001; 126; T21-T24